DYSPAREUNIE
Schmerzen beim Sex sind kein Randthema. Sie sind ein medizinisch anerkanntes Symptom – häufig, belastend und oft lange unbehandelt. Viele Betroffene zweifeln an sich selbst oder suchen die Ursache im Kopf. Dabei liegen den Schmerzen in vielen Fällen körperliche, biologisch erklärbare Veränderungen zugrunde.
WAS IST
DYSPAREUNIE?
Dyspareunie beschreibt Schmerzen im Intimbereich, die im Zusammenhang mit dem Geschlechtsverkehr auftreten – vor, während oder nach der Penetration. Die Intensität und Lokalisation variieren stark.
Entscheidend ist: Schmerzen sind kein normaler Bestandteil von Sexualität und kein Zeichen von persönlichem Versagen.
DIE WICHTIGSTEN FAKTEN
Schmerzen beim Sex werden medizinisch als Dyspareunie bezeichnet und sind ein anerkanntes Symptom, kein Ausnahmefall.
Die Schmerzen entstehen häufig durch strukturelle Veränderungen des Gewebes, nicht durch mangelnde Entspannung oder psychische Faktoren allein.
Veränderungen der Schleimhaut, Durchblutung und Nervenreizweiterleitung spielen eine zentrale Rolle.
Dyspareunie kann in jeder Lebensphase auftreten – nach Geburten, bei hormonellen Veränderungen oder auch unabhängig davon.
Viele Betroffene leben lange mit den Beschwerden, weil die Ursachen nicht sichtbar und schwer einzuordnen sind.
Eine medizinische Abklärung ermöglicht es, Zusammenhänge zu verstehen und gezielt zu behandeln.
TYPISCHE SYMPTOME
Schmerzen beim Sex können sich sehr unterschiedlich äußern. Häufig berichten Betroffene über:
Brennen oder Stechen beim Eindringen
Druck- oder Dehnungsgefühl
tiefe Schmerzen während oder nach dem Geschlechtsverkehr
verändertes oder vermindertes Empfinden
begleitende Trockenheit im Intimbereich
Rückzug oder Vermeidung von Nähe aus Angst vor Schmerzen
Veränderungen der Vaginalschleimhaut
Wenn die Vaginalschleimhaut dünner, trockener oder empfindlicher wird, verliert sie ihre Schutz- und Gleitfunktion. Reibung wird schmerzhaft.
Hormonelle Einflüsse
Hormonelle Schwankungen beeinflussen Schleimhautdicke, Durchblutung und Feuchtigkeitsregulation. Schmerzen entstehen nicht durch „Hormone an sich“, sondern durch die strukturellen Folgen im Gewebe.
Veränderungen nach Geburt oder Eingriffen
Auch bei äußerlich unauffälligem Befund können sich Tiefe, Spannung und Nervenreizweiterleitung im Gewebe verändert haben. Diese Veränderungen sind häufige, aber wenig thematisierte Ursachen von Dyspareunie.
Durchblutungsstörungen
Die Vaginalschleimhaut ist stark durchblutungsabhängig. Eine verminderte vaskuläre Versorgung führt zu schlechterer Sauerstoff- und Nährstoffzufuhr, reduzierter Regeneration und erhöhter Schmerzempfindlichkeit.
Nerven- und Muskelspannung
Studien zeigen, dass eine veränderte neuromuskuläre Regulation – etwa im Beckenboden – Schmerzen verstärken oder aufrechterhalten kann, selbst ohne sichtbare Läsionen.
MEDIZINISCHER
ANSATZ
Unsere regenerative Intimmedizin setzt an den biologischen Grundlagen an. Ziel ist es, körpereigene Regenerationsprozesse zu unterstützen, die Durchblutung zu fördern und die Gewebequalität nachhaltig zu verbessern – evidenzbasiert und individuell.
Ein zentraler Ansatz ist plättchenreiches Plasma (PRP), das Wachstumsfaktoren enthält, die an Reparatur- und Regenerationsprozessen beteiligt sind.
Susanne Eschenburg M.D. ist aktuell die einzige Ärztin in Deutschland, die genau jene PRP-basierten Behandlungsprotokolle anwenden darf, auf denen die zugrunde liegenden klinischen Studien basieren. Diese Verfahren erfordern eine spezifische Qualifikation, standardisierte Protokolle und eine streng medizinische Anwendung.
WISSENSCHAFTLICHE EVIDENZ
Klinische Studien untersuchen PRP als nicht-hormonelle Option bei vaginaler Atrophie, Trockenheit und Dyspareunie. Diese zeigen Verbesserungen von Schleimhautqualität, Durchblutung und Schmerzsymptomatik.
Ausgewählte Studien:
BEHANDLUNGS
OPTIONEN
Welche Therapie medizinisch sinnvoll ist, hängt von Ursache, Ausprägung und individueller Situation ab. Regenerative Verfahren können eine Option darstellen und werden im persönlichen ärztlichen Gespräch geprüft.
Ein möglicher Ansatz ist die PRP-basierte regenerative Therapie (autologes plättchenreiches Plasma), wie sie im Rahmen unseres sogenannten O-Shot®-Verfahrens angewendet wird.
In der klinischen Praxis haben wir mit diesem nicht-hormonellen Verfahren gute Erfahrungen bei Scheidentrockenheit gemacht – sowohl bei Patientinnen nach Brustkrebserkrankungen oder Chemotherapien als auch bei Scheidentrockenheit im Zusammenhang mit Menopause oder hormonellen Veränderungen.
Die Eignung wird immer individuell und ärztlich beurteilt.