SCHEIDENTROCKENHEIT
Scheidentrockenheit gehört zu den häufigsten Beschwerden im Intimbereich und betrifft Frauen in unterschiedlichen Lebensphasen. Dennoch wird das Symptom oft spät eingeordnet oder lange hingenommen. Dabei handelt es sich nicht um eine Befindlichkeitsstörung, sondern um ein medizinisch erklärbares Phänomen mit klaren biologischen Ursachen.
WAS BEDEUTET SCHEIDENTROCKENHEIT?
Scheidentrockenheit beschreibt einen Zustand, bei dem die Vaginalschleimhaut nicht ausreichend befeuchtet ist. Die natürliche Schutzfunktion der Schleimhaut ist dabei reduziert. Dies kann zu einer erhöhten Empfindlichkeit, Reizbarkeit und eingeschränkten Belastbarkeit des Gewebes führen.
Medizinisch relevant ist dabei nicht nur die verminderte Feuchtigkeit, sondern auch die Veränderung der Schleimhautstruktur, der Durchblutung und der Gewebeelastizität.
DIE WICHTIGSTEN FAKTEN
Scheidentrockenheit betrifft Frauen aller Altersgruppen
63% der postmenopausalen Frauen geben vaginale Trockenheit und Schmerzen beim Sex an vgl. 2016 Menopause (New York, N.Y.) 23(10):1
Häufige Ursachen sind hormonelle, vaskuläre und strukturelle Veränderungen
Symptome entstehen oft schleichend und werden lange nicht als medizinisches Thema erkannt
Eine ärztliche Diagnostik ist Grundlage jeder Behandlung
Moderne regenerative Medizin setzt an biologischen Ursachen an
Klassische Maßnahmen lindern häufig nur kurzfristig
TYPISCHE SYMPTOME & BESCHWERDEN
Die Ausprägung von Scheidentrockenheit ist individuell. Häufig berichten Patientinnen über:
anhaltendes Trockenheits- oder Spannungsgefühl
Brennen oder Reizungen im Intimbereich
Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
Beschwerden im Alltag, z. B. beim Sitzen oder Sport
verminderte Sensibilität
erhöhte Infektanfälligkeit
Hormonelle Veränderungen
Hormonelle Schwankungen beeinflussen die Durchblutung, Schleimhautdicke und Feuchtigkeitsregulation. Besonders relevant sind: Wechseljahre, hormonelle Dysbalancen, hormonelle Therapien oder Stillzeit. Wenn bestimmte Hormone – vor allem Östrogen – abnehmen oder schwanken, wird die Scheidenschleimhaut dünner, schlechter durchblutet und produziert weniger Feuchtigkeit. Viele merken zuerst, dass sich etwas „anders anfühlt“ – weniger Feuchtigkeit, mehr Reizung. Der Zusammenhang mit Hormonen wird oft erst viel später klar, obwohl genau sie steuern, wie gut die Schleimhaut durchblutet und befeuchtet wird.
Wenn bestimmte Hormone - vor allem Östrogen - abnehmen oder schwanken, wird die Scheidenschleimhaut dünner, schlechter durchblutet und produziert weniger Feuchtigkeit vgl. "reduzierter Gefäßdichte".
Altersbedingte Gewebeveränderungen
Mit zunehmendem Alter verliert das Gewebe im Intimbereich an Elastizität und Regenerationsfähigkeit vgl.: "Epitheldicke nimmt ab". Oft beginnt es schleichend: Das Gewebe fühlt sich empfindlicher an, reagiert schneller gereizt oder braucht länger, um sich zu erholen. Wie bei der Haut verändern sich Struktur und Elastizität – nur dass darüber kaum gesprochen wird.
Veränderungen nach Geburt oder Eingriffen
Geburten, Mikrotraumata oder operative Eingriffe können langfristige Auswirkungen auf Nerven, Gefäße und Gewebestruktur haben – auch wenn Symptome erst später auftreten Manche beschreiben, dass das Empfinden nachgelassen hat oder dass sich Trockenheit besonders bei Stress oder Erschöpfung verstärkt. Dahinter steckt oft eine verminderte Durchblutung des Gewebes..
Durchblutungsstörungen
Eine verminderte Durchblutung beeinträchtigt die Versorgung des Gewebes mit Sauerstoff und Nährstoffen und spielt eine zentrale Rolle bei Trockenheit und Sensibilitätsveränderungen, vgl.: "fehlende Kapillarschleifen sichtbar". Viele berichten, dass sich der Intimbereich nach einer Geburt oder einem Eingriff „nicht mehr ganz wie früher“ anfühlt. Auch wenn äußerlich alles gut verheilt ist, können sich Struktur, Durchblutung und Empfinden verändert haben.
Chronische Reizungen oder Entzündungen
Wiederholte Reizungen oder Entzündungen können die Schleimhaut dauerhaft schädigen, sodass sie ihre Schutzfunktion und natürliche Befeuchtung verliert, vgl. "pro‒inflammatorische Zytokine steigen". Wenn es immer wieder brennt, spannt oder gereizt ist, kann sich die Schleimhaut nicht vollständig erholen. Mit der Zeit verliert sie ihre natürliche Schutzfunktion und Feuchtigkeit.
WARUM SCHEIDENTROCKENHEIT OFT LANGE UNBEHANDELT BLEIBT
Viele Betroffene nehmen Scheidentrockenheit als „normal“ wahr oder sprechen nicht darüber. Klassische Maßnahmen zielen häufig auf kurzfristige Befeuchtung ab, ohne strukturelle oder vaskuläre Ursachen zu adressieren. Dadurch bleiben Beschwerden oft bestehen. Viele dieser Zusammenhänge sind im Alltag nicht offensichtlich. Genau deshalb werden Beschwerden im Intimbereich so oft lange hingenommen – obwohl es medizinische Erklärungen und Behandlungsoptionen gibt.
MEDIZINISCHER ANSATZ
Unsere regenerative Intimmedizin setzt an den biologischen Grundlagen an. Ziel ist es, körpereigene Regenerationsprozesse zu unterstützen, die Durchblutung zu fördern und die Gewebequalität nachhaltig zu verbessern – evidenzbasiert und individuell.
Ein zentraler Ansatz ist plättchenreiches Plasma (PRP), das Wachstumsfaktoren enthält, die an Reparatur- und Regenerationsprozessen beteiligt sind.
Susanne Eschenburg M.D. ist aktuell die einzige Ärztin in Deutschland, die genau jene PRP-basierten Behandlungsprotokolle anwenden darf, auf denen die zugrunde liegenden klinischen Studien basieren. Diese Verfahren erfordern eine spezifische Qualifikation, standardisierte Protokolle und eine streng medizinische Anwendung.
WISSENSCHAFTLICHE EVIDENZ
Klinische Studien zeigen, dass PRP-basierte Therapien positive Effekte auf Schleimhautqualität, Durchblutung und Symptome der vaginalen Atrophie haben können : signifikante Symptomverbesserung nach 4 Monaten.
Ausgewählte Studien:
BEHANDLUNGSOPTIONEN
Welche Therapie medizinisch sinnvoll ist, hängt von Ursache, Ausprägung und individueller Situation ab. Regenerative Verfahren können eine Option darstellen und werden im persönlichen ärztlichen Gespräch geprüft.
Ein möglicher Ansatz ist die PRP-basierte regenerative Therapie (autologes plättchenreiches Plasma), wie sie im Rahmen unseres sogenannten O-Shot®-Verfahrens angewendet wird.
In der klinischen Praxis haben wir mit diesem nicht-hormonellen Verfahren sehr gute Erfahrungen bei Scheidentrockenheit gemacht – sowohl bei Patientinnen nach Brustkrebserkrankungen oder Chemotherapien als auch bei Scheidentrockenheit im Zusammenhang mit Menopause oder hormonellen Veränderungen.
Die Eignung wird immer individuell und ärztlich beurteilt.